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Verordnung über die Berufsausbildung zum Tourismuskaufmann (Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen) und zur Tourismuskauffrau (Kauffrau für Privat- und Geschäftsreisen) – ReiseKfmAusbV 2011

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(1) 1Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat.
2In der Abschlussprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist.
3Die Ausbildungsordnung ist zugrunde zu legen.

(2) 1Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:
2

1.
Geschäftsprozesse im Tourismus,
2.
Kaufmännische Steuerung und Dienstleistungen in der touristischen Wertschöpfungskette,
3.
Wirtschafts- und Sozialkunde,
4.
Fallbezogenes Fachgespräch.

(3) 1Für den Prüfungsbereich Geschäftsprozesse im Tourismus bestehen folgende Vorgaben:
2

1.
Der Prüfling soll nachweisen, dass er
a)
Produkte und Leistungen gestalten, organisieren und abwickeln,
b)
Marketingstrategien entwickeln und umsetzen,
c)
Betriebsabläufe organisieren
kann;
2.
der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;
3.
die Prüfungszeit beträgt 150 Minuten.

(4) 1Für den Prüfungsbereich Kaufmännische Steuerung und Dienstleistungen in der touristischen Wertschöpfungskette bestehen folgende Vorgaben:
2

1.
Der Prüfling soll nachweisen, dass er
a)
Steuerung und Kontrolle der touristischen Dienstleistungen sowie der innerbetrieblichen Prozesse durchführen und hierauf bezogene Rechenvorgänge bearbeiten,
b)
betriebliche Kennzahlen ermitteln und zur Entscheidungsvorbereitung auswerten,
c)
kaufmännische Schlussfolgerungen aus betrieblichen Kennzahlen für den Betriebserfolg ableiten und Lösungsmöglichkeiten entwickeln sowie Kalkulationen durchführen
kann;
2.
der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;
3.
die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(5) 1Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen folgende Vorgaben:
2

1.
Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kann;
2.
der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;
3.
die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(6) 1Für den Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch bestehen folgende Vorgaben:
2

1.
Der Prüfling soll nachweisen, dass er
a)
Aufgabenstellungen analysieren und Lösungswege entwickeln und begründen,
b)
Geografiekenntnisse anwenden, service-, kunden- und ergebnisorientiert sowie situationsbezogen kommunizieren,
c)
wirtschaftliche, rechtliche und ökologische Zusammenhänge beachten
kann;
2.
der Prüfling soll ein fallbezogenes Fachgespräch durchführen, dabei soll er eine von zwei ihm zur Wahl gestellten Aufgaben lösen; den Aufgabenstellungen ist die gewählte Wahlqualifikationseinheit nach § 4 Absatz 2 Abschnitt B zugrunde zu legen; dem Prüfling ist eine Vorbereitungszeit von 15 Minuten einzuräumen;
3.
die Prüfungszeit beträgt 20 Minuten.

(7) 1Die Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:
2


1.Geschäftsprozesse im Tourismus40 Prozent,

2.Kaufmännische Steuerung und Dienstleistungen in der touristischen Wertschöpfungskette20 Prozent,

3.Wirtschafts- und Sozialkunde10 Prozent,

4.Fallbezogenes Fachgespräch30 Prozent.

(8) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.
im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,
2.
in den Prüfungsbereichen Geschäftsprozesse im Tourismus und Fallbezogenes Fachgespräch mit mindestens „ausreichend“,
3.
in mindestens einem der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens „ausreichend“ und
4.
in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“
bewertet worden sind.

(9) 1Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann.
2Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

Seite zuletzt aktualisiert am 20. Dezember '25