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Kristallglaskennzeichnungsgesetz – KrGlasKennzG

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1 Fundstelle des Originaltextes:
2BGBl. I 1971, 860 u. 861;

bezgl. der Änderungen vgl. Fußnote

1.
Chemische Analysen
1.1
Bariumoxyd (BaO) und Blei(II)-oxyd (PbO)
1.1.1.
Bestimmung des Gesamtgehaltes:
3Bariumoxyd und Blei(II)-oxyd
ca.
40,5 g fein zerkleinertes Glas (Glaspulver) auf 0,0001 g genau in eine Platinschale einwiegen.

5Mit Wasser befeuchten und 10 ml 15%ige Schwefelsäure und 10 ml Flußsäure zufügen.

6Auf dem Sandbad bis zum kräftigen Rauchen der Schwefelsäure erwärmen.

7Abkühlen lassen und nochmals 10 ml Flußsäure zufügen.

8Wiederum bis zum kräftigen Rauchen der Schwefelsäure erwärmen.

9Abkühlen lassen und die Wandung der Schale mit Wasser abspülen.

10Nochmals bis zum kräftigen Rauchen der Schwefelsäure erwärmen.

11Abkühlen lassen, vorsichtig 10 ml Wasser zufügen und dann in einen 400-ml-Becher überführen.

12Die Schale mehrfach mit 10%iger Schwefelsäure ausspülen und mit dieser auf 100 ml ergänzen.

13Zum Sieden erhitzen und 2 bis 3 Minuten sieden lassen.

14Von der Heizquelle nehmen und über Nacht stehenlassen.

15Durch einen Glasfiltertiegel G 4 filtrieren, zunächst mit 10%iger Schwefelsäure und anschließend zwei- bis dreimal mit Äthanol auswaschen.

16Eine Stunde im Trockenschrank bei
150 Grad C trocknen.
17Auswiegen.

18Auswaage:

19Summe Bariumsulfat
(BaSO(tief)4) und Bleisulfat (PbSO(tief)4).
1.1.2.

20Bestimmung von Bariumoxyd
ca.
210,5 g fein zerkleinertes Glas (Glaspulver) auf 0,0001 g genau in eine Platinschale einwiegen.

22Mit Wasser befeuchten und 10 ml Flußsäure und 5 ml Perchlorsäure zufügen.

23Auf dem Sandbad bis zum kräftigen Rauchen der Perchlorsäure erwärmen.

24Abkühlen lassen und nochmals 10 ml Flußsäure zufügen.

25Wiederum bis zum kräftigen Rauchen der Perchlorsäure erwärmen.

26Abkühlen lassen und die Wandung der Schale mit Wasser abspülen.

27Bis nahezu zur Trockene abrauchen.

28Mit 50 ml 10%iger Salzsäure aufnehmen und leicht erwärmen, damit der Abrauchrückstand sich auflöst.

29In einen 400-ml-Becher überführen; anschließend mit Wasser auf 200 ml verdünnen.

30Zum Sieden erhitzen und so lange Schwefelwasserstoff einleiten, bis die Fällung von Bleisulfid sich am Boden des Bechers abgesetzt hat.

31Durch ein dichtes Papierfilter filtrieren und mit kaltem, mit Schwefelwasserstoff gesättigtem Wasser auswaschen.

32Das Filtrat erforderlichenfalls auf 300 ml eindampfen.

33Zum Sieden erhitzen und 10 ml 10%ige Schwefelsäure zufügen.

34Von der Heizquelle nehmen und mindestens 4 Stunden stehenlassen.

35Durch ein dichtes Papierfilter filtrieren und mit kaltem Wasser auswaschen.

36Veraschen, bei
1050 Grad C glühen und auswiegen.

37Auswaage:

38Bariumsulfat
1.2.
Bestimmung von Zinkoxyd (ZnO)
Das Filtrat der Bariumsulfatfällung auf 200 ml eindampfen.
39Mit Ammoniak gegen Methylrot neutralisieren und 20 ml 0,1n Schwefelsäure zufügen.

40Am pH-Meter:

41Mit 0,1n Schwefelsäure oder 0,1n Natronlauge pH = 2 einstellen und in die kalte Lösung Schwefelwasserstoff einleiten.

42Die Fällung von Zinksulfid 4 Stunden stehenlassen, dann durch ein dichtes Papierfilter filtrieren.

43Mit kaltem, mit Schwefelwasserstoff gesättigtem Wasser auswaschen.

44Den Niederschlag auf dem Filter durch Behandlung mit 25 ml heißer 10%iger Salzsäure auflösen.

45Das Filter so lange mit siedendem Wasser auswaschen, bis das Volumen ca.

46150 ml beträgt.

47Mit Ammoniak gegen Lackmus-Papier neutralisieren und pH ca.

485 durch Zugabe von 1 bis 2 g festem Hexamethylentetramin einstellen.

49Einige Tropfen frisch hergestellter wäßriger 0,5%iger Xylenolorange-Lösung zufügen und mit 0,1n Lösung des Dinatriumsalzes der Äthylendiamintetraessigsäure titrieren.

50Indikatorumschlag:

51Von rosa nach zitronengelb.
1.3.

52Bestimmung von Kaliumoxyd
(K2O)
Durch Fällung und Auswaage als Kalium-Tetraphenylborid.
53Aufschluß:

542 g fein zerkleinertes Glas (Glaspulver) in eine Platinschale einwiegen.

55Auf dem Wasserbad, später auf dem Sandbad aufschließen durch Behandlung mit 2 ml konzentrierter Salpetersäure, 15 ml Perchlorsäure und 25 ml Flußsäure.

56Zur Trockene abrauchen und auflösen in 20 ml heißem Wasser und 2 bis 3 ml konzentrierter Salzsäure.

57In einen 200-ml-Meßkolben umspülen und mit Wasser auffüllen.

58Reagenzien:

59Natrium-Tetraphenylborat 6%ig:

601,5 g Reagenz in 250 ml Wasser lösen.

61Die leichte Trübung folgendermaßen entfernen:

621 g Aluminiumoxydhydrat zufügen, 5 Minuten kräftig schütteln und filtrieren, wobei die ersten 20 ml des Filtrates nochmals zurückgegossen werden.

63Waschlösung, gesättigt an Kalium-Tetraphenylborid:

640,1 g Kaliumchlorid in 50 ml 0,1n Salzsäure lösen.

65Unter Rühren solange Natrium-Tetraphenylborat-Lösung zufügen, bis nichts mehr ausfällt.

66Über eine Fritte filtrieren und mit Wasser auswaschen.

67Im Exsikkator bei Zimmertemperatur trocknen.

68Sodann 20 bis 30 mg des getrockneten Salzes in 250 ml Wasser eintragen.

69Von Zeit zu Zeit umschütteln.

70Nach 30 Minuten 0,5 bis 1 g Aluminiumoxydhydrat zufügen.

71Einige Minuten schütteln.

72Filtrieren.

73Durchführung:

74Aus der salzsauren Aufschlußlösung einen aliquoten Anteil entnehmen, welcher ca.

7510 mg Kaliumoxyd enthält (250-ml-Becher).

76Auf ca.

77100 ml verdünnen.

78Langsam unter leichtem Rühren das Fällungsreagenz zufügen, z.B. bei 5 mg vermutetem Kaliumoxyd 10 ml Reagenz erforderlich.

79Höchstens 15 Minuten stehenlassen und durch einen Glasfiltertiegel G 3 oder G 4 filtrieren.

80Mit der Waschlösung auswaschen.

8130 Minuten bei
120 Grad C trocknen.

82Umrechnungsfaktor für Kaliumoxyd:

830,13143
1.4.
Fehlertoleranzen
+- 0,1% (absolut) für jede Bestimmung.

84Ergibt eine Analyse innerhalb des Analysenspielraums einen Wert unter den festgelegten Grenzwerten (30, 24 oder 10%), so ist das Mittel aus mindestens drei Analysen zu nehmen.

85Ist die Analyse höher oder gleich bzw. erreicht sie 29,95, 23,95 oder 9,95%, so ist das Glas anzunehmen in den entsprechenden Gruppen von 30, 24 bzw.

8610%.
2.

87Physikalische Bestimmungen
2.1.
Dichte
Bestimmung mit der hydrostatischen Waage mit einer Genauigkeit von +- 0,01. Eine Probe von mindestens 20 g wird in Luft und unter destilliertem Wasser von 20 Grad C gewogen.
2.2.

88Brechungszahl
Der Brechungsindex wird am Refraktometer mit einer Genauigkeit von +- 0,001 ermittelt.
2.3.

89Mikrohärte
Die Vickers-Härte ist gemäß der im Bundesanzeiger Nr. 116 vom 30. Juni 1971 bekanntgemachten Methode zu messen, aber unter Annahme einer Last von 50 g und der Ermittlung des Durchschnitts aus 15 Bestimmungen.

Zuletzt geändert durch Art. 355 V v. 31.8.2015 I 1474
Seite zuletzt aktualisiert am 23. Januar '26